Was ist da dran? Schädlicher und ungefährlicher Bewuchs an Bäumen

Quelle: Fotolia, vaay, “Die gelbe Rinde eines Baumes”, 142910728

Ein Baum ist selten allein. Ranken klettern Stamm und Äste hinauf, gelbe Flechten bedecken die Rinde oder Mistelnester betreiben Rudelbildung in der Krone. Durch den zusätzlichen Bewuchs entsteht bei manch einem der Eindruck, der Baum werde von Parasiten geradezu erwürgt.
Doch längst nicht jeder Befall ist schädlich. Stört er sich nicht an der Optik, muss der Baumbesitzer in den meisten Fällen gar nicht eingreifen. Wir werfen einen Blick auf bekannte Rinden- und Astwerkbewohner und klären Sie auf, ob diese für den Baum gefährlich sind.

Efeu

Es geht das Gerücht um, Efeu-Bewuchs schade dem Baum. Dem ist nicht so. Efeupflanzen wurzeln im Boden. Mithilfe ihrer Saugwurzeln halten sie sich von außen an der Rinde fest. Somit dringen sie nicht in den Baum ein und belasten das Kernholz nicht. Im Gegenteil: Die Efeuschicht schützt den Baum vor dem Austrocknen, vor Frost und vor Wind.

Eine schädliche Wirkung bestünde allenfalls dann, wenn der gesamte Baum überwuchert wäre. Zudem gibt es noch einen Grund, auf das Entfernen zu verzichten: Efeu ist eine gern genutzte Brutstätte vieler Vogelarten. Arrangieren Sie sich also mit dem Anblick, beweisen Sie so auch Ihre Liebe zur Natur.

Misteln

Misteln sind durch ihre Senkerwurzeln mit dem Baum verbunden. Über diese nehmen sie Wasser und Nährstoffe auf. Das ist normalerweise völlig unbedenklich. Lediglich ein sehr starker Mistelbefall kann zum Absterben von Ästen führen. In einigen Bundesländern stehen Misteln unter Naturschutz. Auch sie bieten diversen Vogelarten die Gelegenheit zum Nestbau.

Flechten

Flechten sind botanisch gesehen keine Pflanzen, sondern eine Symbiose aus Pilzen und Algen. Der Pilz bildet den Körper der Flechte und nimmt Wasser und Mineralstoffe auf. Zudem schützt er die Alge vor Beschädigungen und Austrocknung. Die Alge wiederum produziert durch Fotosynthese Zuckerstoffe, auf die der Pilz angewiesen ist. Für den Baum führt dies nicht zu Konsequenzen. Flechten dringen nicht tiefer in den Baum ein. Daher haben sie keinerlei Einfluß auf das Wachstum der Rinde.

Pilze

Kommen wir zu den wahren Killern. Und um eine weitere Wahrheit gleich nachzulegen: In vielen Fällen des Befalls mit holzzersetzenden Pilzen ist eine Sanierung nicht mehr möglich. Solche Pilzarten beeinträchtigen die Festigkeit des Holzes und somit dessen Standfestigkeit und Bruchsicherheit.

Oft dringen sie in Form von Sporen über Wunden am Stamm in das Holz ein. Zum Zeitpunkt, da man den Pilzbefall anhand der Fruchtkörper bemerkt, hilft meist nur die Fällung. Folgende Arten sind besonders gefährlich und führen in der Regel zum Absterben des Baumes:

Riesenporling:

Er dringt über die Wurzeln ein und verursacht deutliche Vitalitätsverluste. Der Baum bekommt ein lichtes Haupt und die Blätter sind kleiner. Zudem kann er Weißfäule verursachen, die zur Zerfaserung des Holzes und dadurch zum Stabilitätsverlust führt. Der Riesenporling ist besonders gefürchtet bei Buchen.

Brandkrustenpilz:

Der Brandkrustenpilz ist ein Holzfäuleerreger, der häufig Linden oder Buchen befällt. Er zersetzt in kürzester Zeit das Kernholz im Bereich des Wurzelstocks sowie des Stammfußes. Nur einige unauffällige Fruchtkörper weisen darauf hin, dass es eigentlich schon zu spät ist.

Hallimasch:

Entgegen der Annahme, er breite sich nur auf abgestorbenem Holz aus, dringt der Hallimasch auch in gesundes Holz ein. Dazu nutzt er Verletzungen des Baumes. Ein Befall muss nicht in jedem Fall zur Fällung führen. Vitale Bäume können eventuell dem Schaden selbsttätig durch Verkernungen entgegenwirken.

Rankpflanzen

Neben Pilzen gibt es noch einen weiteren Bewuchs, der eventuell Schaden für den Baum mit sich bringt. Allerdings ist in diesem Fall die Größe des Baumes entscheidend. Kletterpflanzen können allein durch ihr Gewicht Zweige zum Abbrechen bringen.

Präventive Baumpflege – Was tun, wenn etwas dran ist, was nicht dran sein sollte?

Wie bereits erwähnt, gibt es keine Maßnahmen, im Nachhinein einem Pilzbefall entgegenzuwirken. Deshalb sollten Sie präventiv handeln. Zunächst einmal sollten Baumbesitzer die Beschattung des Baumes minimieren. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Bildung von Schadenserregern. Ein entsprechender Zuschnitt der Umgebung schafft Abhilfe.

Außerdem sollten sie davon absehen, nach dem Beschnitt Wundschutzmittel zu verwenden. Biologen weisen darauf hin, dass der Belag über die Zeit mitunter rissig werden kann oder sogar ganz abblättert. Wasser dringt ein und mit ihm die gefährlichen Pilze. Statt es zu senken, erhöhen Sie das Risiko eines Befalls.

Vertrauen Sie auf das Know-How der Baum-Profis von Otto’s Baum- und Holzservice

Ein fachgerechter Baumschnitt schränkt die Gefahr eines Pilzbefalls erheblich ein. Die sorgfältig ausgeführte Arbeit des Baumprofis lässt keine Restfasern oder ausgefransten Stellen zurück. Zusätzlich wird mit einem Messer oder einer scharfen Säge nachgearbeitet.

Wenn Sie bei Ihrem Baum schädlichem Befall vorbeugen möchten, beantwortet Otto’s Baum- und Holzservice gerne alle Ihre Fragen hierzu. Selbstverständlich kümmern wir uns auch gerne um die Fällung eines Baumes, sollte leider nichts mehr zu machen sein. Eine erste Beratung ist immer kostenlos!