Wald mit Gütesiegel – Holzeinschlag in FSC- und PEFC-zertifizierten Wäldern

Bildquelle: Fotolia, Lena Wurm, “Nachhaltigkeit Wegweiser”, 83929052

In unserem Alltag begegnen wir verschiedensten Zertifikaten für Dienstleistungen und Produkte. Auch Wälder können in Deutschland seit einigen Jahren zertifiziert werden. Er ist Lebensgrundlage für Tiere, Pflanzen und Menschen.

Die Systeme FSC und PEFC verfolgen den Gedanken an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Beide Zertifikate erfüllen die Kriterien der EU-Kommission und stellen Anforderungen an die Arbeitsqualität sowie die soziale Kompetenz der Forstbetriebe.

Doch was bedeutet das genau für unsere Arbeit in den Bereichen Holzrücken und Holzeinschlag? Zunächst werfen wir einen Blick auf die beiden Systeme:

FSC

Die drei Buchstaben stehen für „Forest Stewardship Council“. Die Abkürzung setzt sich demnach aus den Worten Wald, Verantwortung und Rat zusammen. Das System dient zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft, des Betriebes und der Weiterentwicklung. Es vereint Gesichtspunkte zu ökonomischen, ökologischen wie auch sozialen Funktionen der Forstbetriebe. Dazu gehört im weiteren Sinne auch die Produktkette (chain of custody).

Das Siegel begegnet uns häufig beim Einkauf. Neben Holz und Papier tragen es Nebenprodukte wie Beeren, Pilze oder Reisig. Nur solche Waren, die zu 100% aus FSC-Holz bestehen, tragen das FSC-Zeichen ohne weitere Erklärungen. Ist ein bestimmter Prozentsatz des Materials FSC-Holz, so findet die Herstellernummer und einen Erklärungssatz darunter. Weltweit liegt FSC auf Platz drei der Forstzertifizierungssysteme.

Private Waldbesitzer sehen sich bei Abstimmungen in der FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. in der Minderheit. In einem Dreikammersystem sind Entscheidungen nur mit Zweidrittelmehrheit, solche über Richtlinien sogar nur mit einer Mehrheit von 75% durchzusetzen. Eine Allianz mit den zahlreichen anderen Gruppierungen innerhalb der Wirtschaftskammer ist notwendig. Daher befürchten sie eine Bervormundung durch außerbetriebliche Interessen und setzen eher auf das System PEFC, das wir im Folgenden beleuchten.

PEFC

Die Abkürzung steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes” was übersetzt soviel bedeutet wie „Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen“. Es ist jünger als das FSC-System und wurde von Vertretern der europäischen Holz- und Forstwirtschaft gegründet. Grundlage sind die 1993 in Helsinki auf der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder Europas beschlossenen Kriterien.

Weltweit ist es das erfolgreichste Forstzertifizierungssystem. Zwei Drittel der deutschen Waldfläche besitzen eine PEFC-Zertifizierung. Es garantiert, dass Holzprodukte und Papier aus nachhaltig zertifizierten Wäldern stammen. Dabei wird im Sinne der Produktkettenzertifizierung vor allem die Verarbeitungskette hinsichtlich sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte kontrolliert.

Eigentümer mit der vollen Verantwortung für einen Wald haben ein Mitspracherecht im DFZR (Deutscher Forstzertifizierungsrat). Ihre Interessen kommen stärker zur Geltung im Vergleich zum FSC. Zudem ist die Wirksamkeit des PEFC-Siegels als Marketinginstrument nicht zu unterschätzen.

Um es zu erhalten, stellen sich staatliche wie private Waldverwalter einer regionalen Zertifizierung. In jährlichen Stichproben prüfen vom Hersteller unabhängige Stellen, ob die Waldbesitzer ihrer Verpflichtung nachkommen. Grundlage dafür ist ein regionaler Waldbericht.

Diese Methode eignet sich vor allem aufgrund ihrer Kosteneffizienz für Familienforstbetriebe. Das PEFC-Logo darf nur auf Holzprodukten erscheinen, bei denen mindestens 70% des enthaltenen Holzes PEFC-zertifiziert ist.

Was muss beim Holzrücken in PEFC und FSC-Wäldern beachtet werden?

Die Arbeit in FSC- oder PEFC-zertifizierten Wäldern erfordert besondere Sorgfalt. Die Kriterien werden dabei sowohl an die Maschine, die Arbeitsweise wie auch den Menschen angelegt.

Moderne und gepflegte Technik

Die Transportfahrzeuge müssen über bodenschonende Fahrwerke und Bereifung verfügen. Zusätzlich sollte in ihnen ein sicheres Treibstoffbefüllsystem integriert sein, das biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeit sowie umweltschonende Schmierstoffe verwendet. Auch andere Arbeitsmittel sollten sich auf dem aktuellen Stand der Technik befinden. Dazu gehört auch, dass sie forsttechnisch geprüft sind und regelmäßig gewartet werden.

Sauberes Arbeiten

Während der Arbeit gilt der Verhinderung von Schäden am Bestand die höchstmögliche Aufmerksamkeit. Dazu gehört z.B. die restlose Bringung unter Einhaltung der vorgegebenen Fahrlinien. Letzteres bedeutet, dass keine Befahrung abseits des Erschließungssystems unter Berücksichtigung eines Rückgassenabstands von i.d.R. 40 Metern stattfindet.

Eine unveränderte Bodenfläche nach Beendigung der Tätigkeit muss sichergestellt sein. Keine Kahlfläche sollte größer als 0,3 ha sein. Die Arbeit endet zudem erst, wenn alle Abfälle ordnungsgemäß entsorgt sind. Naturschutzgebieten und Biotopen gilt besondere Aufmerksamkeit. Beispielsweise sind Holzeinschlag und Holzrückung zu Brutzeiten oder in der Heimat gesetzlich geschützter Arten verboten.

Berufserfahrung

Zu guter Letzt ist selbstverständlich die Berufserfahrung der Ausführenden entscheidend. Forstwirte erlangen durch ihre langjährige Tätigkeit im Wald ein Gespür dafür, wie man am jeweiligen Auftragsort schonend und sicher vorgeht. Alle unsere Mitarbeiter greifen auf das Wissen einer entsprechenden Ausbildung zurück. Setzen Sie auf den Baum-Profi und kontaktieren Sie Otto’s Baum- und Holzservice für Arbeiten in Ihrem Wald PEFC- oder FSC-zertifizierten Wald.